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25.02.2014, Daniel Bouhs
Daniel Bouhs
Trauer um JJ-Gründer Michael Pagel

Liebe Freunde und Kollegen,

Michael Pagel ist gestorben.

Viele von Euch werden sich sicher noch an ihn erinnern. Michael war einer der Gründer von JungeJournalisten.de.

Entstanden ist unser Netzwerk ja, indem ein paar Nachwuchsjournalisten über ihre gemeinsame Zeit in einer Redaktion hinaus in Kontakt blieben. Untereinander tauschten wir nützliche Branchenhinweise aus und bald richteten wir dazu eine Mailingliste ein. Michael war einer der ersten Moderatoren.

Zu jener Zeit, 1997-2000, war Michael freier Mitarbeiter bei den Lübecker Nachrichten, wo er dann auch volontierte. Später bekam er das Angebot, als Redakteur zur Tageszeitung B.Z. nach Berlin zu wechseln. Plötzlich Boulevard zu machen, war eine Herausforderung. Doch trotz flotter Schreibe blieb Michael stets sehr gewissenhaft und seinen journalistischen Leitlinien treu. So wurde er bald Lokalchef und schließlich stellvertretender Chefredakteur von B.Z. und Bild Berlin.

Die nachfolgende Entwicklung von JungeJournalisten.de verfolgte Michael aus der Distanz. Insbesondere dem Webkatalog Journalistenlinks.de, den wir später zugunsten unserer Community an Newsroom verkauften, stand er kritisch, aber stets wohlwollend gegenüber. Wie die Jahre vergingen, wurde der Kontakt immer geringer. Erst vor wenigen Wochen haben wir wieder gemailt und wollten uns treffen. Leider kam die schwere Krankheit zurück.

Michael starb am vergangenen Sonntag im Alter von 39 Jahren.

Unsere tief empfundene Anteilnahme und Beileid an seine Familie!

Alexander Häntzschel
für JungeJournalisten.de

P.S. Unter http://j.mp/[...] gibt es einen Nachruf von der B.Z.

 
13.10.2013, Jens Twiehaus
Maris Hubschmid gewinnt Reportagepreis für junge Journalisten

Maris Hubschmid ist Gewinnerin unseres Reportagepreises 2013. Der erst 25 Jahre alte Wirtschaftsredakteurin des Berliner „Tagesspiegel“ haben wir Samstagabend (12. Oktober) den Preis in Hamburg überreicht. Die mit 1.500 Euro dotierte Auszeichnung wird vom Netzwerk JungeJournalisten.de, der Heinrich-Böll-Stiftung und Süddeutsche.de vergeben.

Zu den Juroren zählten Dirk Kurbjuweit, politischer Autor des „Spiegel“ und früherer Leiter dessen Hauptstadtrepräsentanz, der Professor für Qualitätsjournalismus der Universität Hamburg, Volker Lilienthal, sowie die stellvertretende Chefredakteurin von Süddeutsche.de, Julia Bönisch. Sie bewerteten 74 Texte sowie dazugehörige Bilder, Videos, Audiobeiträge und Audioslideshows von Autorinnen und Autoren bis 30 Jahren.

Maris Hubschmid erhält den Reportagepreis für ihren Seite-Drei-Text „Ist doch wahr“ aus dem „Tagesspiegel“ vom 24. März 2013. In der Reportage erzählt sie die Geschichte eines krankhaften Lügners und rückt damit die Krankheit Pseudologie ins Blickfeld der Leserinnen und Leser. Der von Hubschmid verfasste Artikel nimmt eine völlig unerwartete Wendung. Erst kurz vor Schluss löst sie auf, dass statt ihres Protagonisten eigentlich die Ehefrau die Lügnerin ist. Dem dadurch verwirrten Leser führt sie vor Augen, wie komplex und oft unmöglich die Unterscheidung zwischen Wahrheit und Lüge ist. Der beinahe ironische Titel „Ist doch wahr“ treibt dies auf die Spitze. Die Jury lobte insbesondere Hubschmids „unglaubliche und erzählerisch meisterliche Wende zum Schluss“. Der Text (Titel verändert): http://bit.ly/[...]

Den undotierten zweiten Platz belegt Ulrike Nimz. Die 30-Jährige ist Reporterin bei der „Freien Presse“ in Chemnitz. Ihr ausgezeichneter Text „Nur zu Besuch“ vom 24. Juli 2013 handelt von den Problemen des Pflegesystems. Nimz beschreibt den Umzug und das Leben in einem Seniorenheim dabei aus drei Blickwinkeln: aus dem eines alten Ehepaars, aus der Sicht von dessen Tochter und aus jener des oft überforderten Pflegepersonals. Die Jury hob Nimz‘ bewegende Geschichte wegen ihrer „wunderschönen und zugleich angemessen zurückhaltenden Formulierungen“ hervor und befand: „Die furchtbaren Rahmenbedingungen des Pflegesystems kommen besonders stark heraus, weil sie mit der menschlichen Dimension in Kontrast stehen: der starken Liebe der Eheleute, die nun ihren Lebensabend im Heim verbringen.“ Der Text: http://bit.ly/[...]

Platz Drei sichert sich der 25 Jahre alte Sebastian Kempkens. Im Rahmen der journalistischen Nachwuchsförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung entstand seine Reportage „Wiechmann muss springen“. Darin beschreibt Kempkens das anstrengende Training für Männer, die in Offshore-Windparks auf hoher See arbeiten wollen. Obwohl sein Text fast ausschließlich in einer Halle in Bremerhaven spielt, gelingt es ihm, ein großes Panorama des gefährlichen Jobs zu zeichnen. „Er bauscht seinen Text über das Überlebenstraining für Windpark-Arbeiter nicht auf, sondern tut, was ein Reporter klassischerweise tun sollte: erzählen, was ist“, heißt es in der Begründung der Juroren. Über den Protagonisten Wiechmann schaffe er „einen menschlichen Zugang in das sperrige und eher unattraktive Thema Energiewende“. Der Text: http://bit.ly/[...]

Alle Texte werden gesammelt auf Süddeutsche.de publiziert.

Artikel zum Thema:
- Kress: http://kress.de/[...]
- Tagesspiegel: http://www.tagesspiegel.de/[...]