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16.11.2014, Jens Twiehaus
Benjamin Piel gewinnt den Reportagepreis für junge Journalisten

Eine großartige Geschichte, erschienen in einem kleinen Medium: Benjamin Piel von der „Elbe-Jeetzel-Zeitung“ ist für „Bettys erstes Mal“ mit dem Reportagepreis für junge Journalistinnen und Journalisten ausgezeichnet worden. Der 30 Jahre alte Redakteur beschreibt in seinem Artikel die erste Begegnung zwischen der geistig behinderten Betty, die mit 73 Jahren noch nie Sex hatte, und einem Sexualbegleiter, der ihr diesen Wunsch erfüllen will.

Piel hatte für seine Reportage bereits im September den Theodor-Wolff-Preis entgegengenommen. Der Reportagepreis für junge Journalisten ist mit 1500 Euro dotiert. Er wird jährlich vom Netzwerk JungeJournalisten.de, der Heinrich-Böll-Stiftung und Süddeutsche.de vergeben. Die diesjährige Preisverleihung fand am Samstagabend (15. November) in Berlin statt.

Die Jury lobte insbesondere Piels Herangehensweise an ein Thema, das den meisten Leserinnen und Lesern unbekannt sein dürfte. In der Jurybegründung heißt es: „Benjamin Piel gelingt es, sehr respektvoll und ausgesprochen behutsam eine außergewöhnliche Situation zu beschreiben.“ Und weiter: „Er findet einen tollen Zugang zu seinen Protagonisten, gewinnt deren Vertrauen und missbraucht es auch nicht, denn Piels Sprache ist durchgehend angemessen und einfach schön zu lesen.“

Zur Jury gehörten der Politische Autor des „Spiegel“ Dirk Kurbjuweit, der Medienwissenschaftler Prof. Michael Haller, Julia Bönisch aus der Chefredaktion von Süddeutsche.de und die Kommunikationsleiterin der Heinrich-Böll-Stiftung, Annette Maennel, sowie die Vorjahressiegerin Maris Hubschmid vom „Tagesspiegel“ und Jens Twiehaus, Koordinator des Netzwerks JungeJournalisten.de.

Den zweiten Platz beim Reportagepreis belegte das Autorenduo Sarah Levy und Christopher Piltz. Die 29-Jährige und ihr 26 Jahre alter Kollege sind Schüler der Henri-Nannen-Journalistenschule. Levy und Piltz wurden für ihre „Tagesspiegel“-Reportage „Das letzte Verschwinden des Wolfgang Heuer“ ausgezeichnet. Darin beschreiben sie die verzweifelte, monatelange Suche der Ehefrau nach ihrem demenzkranken Mann, der eines Tages aus dem Auto stieg und im Getümmel Hamburgs verschwand. Die Jury lobte: „Die beiden Autoren erzählen diese Begebenheit mit einer Spannung, die nicht durch Superlative getragen wird, sondern durch das Thema selbst. Sarah Levy und Christopher Piltz bewahren einen lakonischen Tonfall und tappen nicht in die Pathos-Falle.“

Als Drittplatzierte nahmen Maike von Galen und Christian Wolf einen Preis entgegen. Die beiden freiberuflich arbeitenden Journalisten von WDR.de, 29 und 28 Jahre alt, berichteten in einer multimedialen Reportage über den nordrhein-westfälischen Kommunalwahlkampf. Die Reporter bereisten mit Kamera, Mikrofon und Schreibblock vier Orte und stellten die politische Situation und ihre Akteure lebendig dar. Darum lobte die Jury den multimedialen Erstling der beiden: „Ihr Werk über die nordrhein-westfälische Kommunalwahl ist das Gegenteil einer biederen Provinzgeschichte – Maike von Galen und Christian Wolf setzen das sonst als spröde geltende Thema anschaulich und witzig um und verleihen ihm eine menschliche Dimension.“

Die beiden Texte, Platz 1 und Platz 2, werden in Kürze auf Süddeutsche.de erscheinen.

Hinweis an die Redaktionen: Hoch aufgelöste Porträtbilder der Preisträger finden Sie unter diesem Link: http://bit.ly/[...] Sollten Sie Fotos von der Preisverleihung benötigen, kümmern wir uns gerne. Bitte senden Sie eine Mail an Jens Twiehaus via reportagepreis@jungejournalisten.de.